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Catarratto, der Weißwein von Alcamo: Geschichte, Geschmack und Speisebegleitung

Wenn es einen Wein gibt, der Westsizilien erzählt, dann ist es der Catarratto. Er ist die meistangebaute weiße Rebsorte der Insel und das Herz der Weißweine von Alcamo. Jahrzehntelang galt er als Massenträger; heute entdecken ihn viele junge Winzer wegen seiner Frische und Salzigkeit neu.

Was ist Catarratto?

Catarratto ist eine autochthone weiße Rebsorte Siziliens. Sie bedeckt rund 30.000 Hektar, mehr als 30 % der gesamten Rebfläche der Region, und gehört zu den meistangebauten Rebsorten Italiens. Man findet sie vor allem in Westsizilien, in den Provinzen Trapani, Palermo und Agrigent, aber auch in anderen Teilen der Insel.

Comune, lucido, extra lucido: Was ist der Unterschied?

Auf Etiketten steht oft „Catarratto comune“ oder „Catarratto lucido“. Die Namen kommen vom Aussehen der Trauben: Die Beeren des Lucido haben weniger Duftfilm, die weißliche Wachsschicht auf der Schale, und glänzen deshalb stärker. Offiziell sind zwei Sorten registriert, Catarratto bianco comune und Catarratto bianco lucido. Neuere genetische Studien betrachten sie jedoch im Grunde als dieselbe Sorte: Die Unterschiede hängen von der Traubenform und der Selektion im Weinberg ab.

Eine lange Geschichte: vom Marsala zur DOC Alcamo

Jahrhundertelang war der Catarratto eine der wichtigsten Trauben des Marsala. Im 20. Jahrhundert verlor er an Bedeutung zugunsten des Grillo und wurde vor allem wegen seiner hohen Erträge angebaut.

Der Weiße aus Alcamo hatte jedoch einen viel älteren Ruf: Im 19. Jahrhundert zählte er zu den feinen Tischweinen, und 1887 erhielt er ein Ehrendiplom auf der Weinmesse in Venedig. 1972 entstand die DOC Alcamo: Für den Weißwein schreiben die Regeln mindestens 60 % Catarratto vor, für die Version Classico mindestens 80 %.

Wie schmeckt er?

Ein guter Catarratto ist strohgelb und duftet nach Zitrusfrüchten, weißen Blüten und Mittelmeerkräutern. Am Gaumen ist er frisch, mit guter Säure und oft einem salzigen, fast meerigen Abgang, der an das nahe Meer erinnert. Er ist kein „fetter“ oder holzbetonter Wein: Am besten trinkt man ihn jung, in den ersten Jahren.

Wie man ihn serviert und was dazu passt

  • Temperatur: 10–12 °C, kühl, aber nicht eiskalt.
  • Glas: ein mittelgroßes Weißweinglas.
  • Speisen: Meeresfrüchte-Vorspeisen, gegrillter Fisch, frittierte kleine Fische, Frischkäse, Sommersalate. Zur Küche von Trapani, etwa Fisch-Couscous, passt er ganz natürlich.

Ein Beispiel: Jocu Catarratto DOC Alcamo

Um den Catarratto aus Alcamo zu verstehen, können Sie mit dem Jocu Catarratto vom Weingut Quattrocieli beginnen, einem Bio-Weißwein DOC Alcamo. Er stammt aus dem Weinberg Val di Bella in Alcamo, auf 450 Metern Höhe, mit sandigen und kalkhaltigen Böden. Die Trauben werden Mitte September, im zweiten Monatsdrittel, von Hand gelesen. Der Wein gärt etwa fünfzehn Tage im Stahltank und reift sechs Monate im Stahl, ohne Holz. Man findet weiße Blüten, reife Zitrusfrüchte und Kräuternoten und einen frischen, salzigen Abgang.

Am besten probiert man ihn im Weingut, wo er entsteht. Bei Quattrocieli können Sie während der Öffnungszeiten ohne Reservierung zu einer Verkostung vorbeikommen oder einen Besuch mit dem Winemaker zwischen Reben und Fässern buchen.

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