Palermo verdient mindestens zwei oder drei Tage, ist aber auch ein idealer Ausgangspunkt für die Umgebung. In weniger als anderthalb Stunden erreicht man normannische Kathedralen, Strände mit weißem Sand, barocke Villen, einen griechischen Tempel und die Weinhügel. Hier die Tagesausflüge, die wir empfehlen, vom nächsten zum entferntesten.
Monreale: Mosaiken über der Stadt

Wenige Kilometer von Palermo entfernt, auf dem Hügel über der Conca d’Oro, bewahrt Monreale eines der Meisterwerke normannischer Kunst: den Dom, dessen Wände vollständig mit goldenen Mosaiken bedeckt sind, und den Kreuzgang mit seinen Säulen, jede anders verziert. Zusammen mit den arabisch-normannischen Bauten Palermos und dem Dom von Cefalù gehört er zum UNESCO-Welterbe. Ein halber Tag genügt; man erreicht ihn mit dem Auto oder mit dem Bus von Palermo.
Mondello und Capo Gallo: das Meer von Palermo

Mondello ist der Strand der Palermitaner: eine Bucht mit hellem Sand und klarem Wasser zwischen Monte Pellegrino und Capo Gallo, mit dem Jugendstil-Badehaus auf dem Meer. Im Sommer ist es voll, im Frühling und Herbst ideal für einen Spaziergang und ein Fischessen. Wer gern wandert, kann ins Naturreservat Capo Gallo entlang der felsigen Küste weitergehen.
Bagheria: die Villen des 18. Jahrhunderts

Kurz östlich von Palermo war Bagheria der Sommerfrische-Ort der palermitanischen Aristokratie. Die bekannteste Villa ist die Villa Palagonia, die „Villa der Monster“, mit ihren grotesken Statuen auf der Umfassungsmauer. Die Villa Cattolica beherbergt das Museum des Malers Renato Guttuso, der in Bagheria geboren wurde.
Cefalù: Altstadt, Kathedrale und Strand
Etwa eine Stunde östlich, mit Zug oder Auto, vereint Cefalù auf wenigen Schritten eine mittelalterliche Altstadt, den normannischen Dom mit dem großen Mosaik des Christus Pantokrator und einen langen Strand direkt unter den Häusern. Wer gut zu Fuß ist, steigt auf die Rocca, den Felsen über dem Ort, mit Blick über die ganze Küste.
Segesta und der Wein von Alcamo
Richtung Westen erreicht man in etwa einer Stunde über die Autobahn Segesta mit dem dorischen Tempel und dem antiken Theater über dem Tal. Zwanzig Minuten entfernt liegen die Hügel von Alcamo, Heimat des Catarratto: der perfekte Ausflug, um Archäologie und eine Weinprobe zu verbinden, vielleicht zum Mittagessen.
Scopello und das Naturreservat Zingaro
Etwas weiter, in etwa einer Stunde und einer Viertelstunde, liegt das Dorf Scopello mit der Thunfischfangstation und den Felsnadeln, gleich danach der Südeingang des Naturreservats Zingaro mit Wegen über dem Meer und kleinen Buchten. Unterwegs lohnt ein Halt in Castellammare del Golfo.
Ustica, die Insel gegenüber
Vom Hafen Palermo fahren Tragflügelboote und Fähren nach Ustica, einer kleinen Vulkaninsel mit einem der schönsten Meeresschutzgebiete des Mittelmeers. Mit dem Tragflügelboot dauert die Überfahrt etwa anderthalb Stunden: Ein Tagesausflug ist möglich, aber um die Insel wirklich zu genießen, bleibt man besser eine Nacht.
Praktische Tipps
- Auto oder Öffis? Monreale, Mondello, Bagheria und Cefalù erreicht man gut mit Bus und Zug; für Segesta, Alcamo, Scopello und das Zingaro ist ein Auto viel bequemer.
- Früh losfahren lohnt sich immer, besonders im Sommer und bei Stätten unter freiem Himmel wie Segesta.
- Ausflüge kombinieren: Monreale und Mondello passen gut in einen Tag, ebenso Segesta, Alcamo und Castellammare.
- Wenn du mehr Zeit hast, fahr weiter nach Westen mit unseren 3 Tagen zwischen Palermo und Trapani oder dem Leitfaden zu Westsizilien.
Ein Ausflug in die Weinberge von Alcamo
Für den Ausflug nach Westen empfehlen wir einen Halt im Weingut Quattrocieli in den Hügeln von Alcamo, etwa eine Stunde von Palermo: Verkostungen, Führungen durch Weinberg und Keller und samstags von März bis Oktober das Mittagessen zwischen den Reben. Zu den Erlebnissen.
Titelfoto: Joefromthebay, CC BY 4.0, via Wikimedia Commons