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Die Weinstraße Westsiziliens: von Alcamo nach Marsala zwischen Weinbergen und Dörfern

In Westsizilien muss man den Wein nicht suchen: Man begegnet ihm. Verlässt man die Autobahn zwischen Palermo und Trapani, füllen sich die Hügel mit Rebzeilen, die Orte haben Weingüter, die Besucher empfangen, und die Straße führt zwischen Salinen und Windmühlen zum Meer hinunter. Hier ein Routenvorschlag für drei oder vier Tage mit dem Auto, zwischen Weinbergen, Dörfern und Verkostungen.

Es ist keine offiziell beschilderte Route, sondern die Art, wie wir die Provinz Trapani gern durchqueren: Wir verbinden die Weinbaugebiete mit den Orten, die unterwegs einen Besuch lohnen. Die Entfernungen sind kurz, trotzdem sollte man sich Zeit lassen.

Erste Station: Alcamo, die Heimat des Catarratto

Rebzeilen auf den Hügeln von Alcamo
Foto: Quattrocieli

Die Reise beginnt in den Hügeln von Alcamo, auf halbem Weg zwischen Palermo und Trapani. Hier liegt das Gebiet der DOC Alcamo und die Heimat des Catarratto, der meistangebauten weißen Rebsorte Siziliens, die hier frische, salzige Weine ergibt. Die Weinberge steigen von der Ebene zum Monte Bonifato an, im Hintergrund der Golf von Castellammare.

In Alcamo lohnt sich ein Weingutsbesuch mit einer ersten Verkostung, um die Rebsorten kennenzulernen, denen man in den folgenden Tagen begegnet: Catarratto, Grillo, Insolia, Nero d’Avola. Wenn es deine erste Weinprobe in Sizilien ist, lies vorher unseren Leitfaden zu Ablauf und Kosten.

Zweite Station: Segesta, Calatafimi und das Hügelland

Von Alcamo ist Segesta zwanzig Minuten entfernt: Der dorische Tempel mitten in den Feldern und das Theater auf dem Gipfel des Monte Barbaro sind der kulturelle Höhepunkt der Reise. Ringsum, zwischen Calatafimi und Salemi, besteht die Landschaft aus Weizen, Olivenbäumen und Reben, mit nur wenigen verstreuten Häusern.

Salemi lohnt einen Spaziergang durch die Altstadt rund um die normannisch-staufische Burg. Von hier führt die Straße hinunter ins Belice-Tal, eines der wichtigsten Landwirtschaftsgebiete der Insel, das auch für sein Olivenöl aus der Sorte Nocellara bekannt ist.

Dritte Station: Gibellina und der Cretto di Burri

Der Cretto di Burri in Gibellina
Foto: Davide Mauro, CC BY-SA 4.0, via Wikimedia Commons

Ein Abstecher, der nichts mit Wein zu tun hat, aber in Erinnerung bleibt: der Cretto di Burri, das Land-Art-Werk, das der Künstler Alberto Burri über den Trümmern des alten Gibellina schuf, das 1968 beim Erdbeben im Belice-Tal zerstört wurde. Zwischen den weißen Betonblöcken zu gehen, die den Verlauf der alten Gassen nachzeichnen, ist ein stilles, eindrucksvolles Erlebnis. Das neue Gibellina, weiter unten im Tal wiederaufgebaut, ist voller zeitgenössischer Kunst.

Vierte Station: Marsala, das Stagnone und Mozia

Die Salinen des Stagnone zwischen Marsala und Trapani
Foto: Matteo Pappadopoli, CC BY-SA 4.0, via Wikimedia Commons

Marsala ist die historische Hauptstadt des sizilianischen Weins. Sein moderner Erfolg begann 1773, als der englische Kaufmann John Woodhouse den örtlichen Wein nach England verschiffte, aufgespritet, damit er die Reise überstand. Seitdem ist der Marsala in der ganzen Welt bekannt, und in der Stadt kann man einige der historischen Kellereien mit ihren großen Holzfässern besichtigen.

Nördlich von Marsala liegt das Stagnone, die Lagune der Salinen und Windmühlen. In ihrer Mitte liegt Mozia (Motya), die Insel der antiken phönizischen Stadt, die man mit einem kleinen Boot erreicht: Neben den Ausgrabungen und dem Museum wachsen auf der Insel Grillo-Reben, eine der typischsten weißen Sorten der Gegend.

Letzte Station: die Salinen von Trapani und Erice

Die Route endet entlang der Salzstraße zwischen Marsala und Trapani, am schönsten bei Sonnenuntergang, wenn sich die Becken rosa färben. Bleibt noch Zeit, fahr hinauf nach Erice: ein Spaziergang durch die mittelalterlichen Gassen und ein Mandelgebäck in einer der Konditoreien im Zentrum.

Praktische Tipps

  • Besuche buchen: Viele Weingüter empfangen auch ohne Termin, Führungen und Mittagessen müssen aber reserviert werden, vor allem am Wochenende.
  • Wer fährt, trinkt nicht: In Italien liegt die Grenze bei 0,5 Promille und bei null für alle, die ihren Führerschein seit weniger als drei Jahren haben. Wechselt euch am Steuer ab oder nutzt bei der Verkostung den Spucknapf.
  • Übernachten: Eine Unterkunft zwischen Castellammare del Golfo und Alcamo und eine bei Marsala oder Trapani reichen für die ganze Route. Tipps findest du in unserem Artikel Übernachten in Westsizilien.
  • Reisezeit: Frühling und Herbst sind ideal; im September und Oktober erlebt man auch die Stimmung der Weinlese.
  • Wein nach Hause: Viele Weingüter versenden innerhalb Italiens und ins Ausland; frag einfach beim Besuch.

Der Halt im Weingut, in Alcamo

Für die erste Station empfehlen wir das Weingut Quattrocieli in den Hügeln von Alcamo: Verkostungen ohne Reservierung zu den Öffnungszeiten, Führungen durch Weinberg und Keller und samstags von März bis Oktober das Mittagessen zwischen den Reben. Zu den Erlebnissen.

Titelfoto: Matteo Pappadopoli, CC BY-SA 4.0, via Wikimedia Commons

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